1 – Leise tönt die Abendglocke,
Die Natur, die geht zur Ruh,
Vöglein sangen frohe Lieder,
Sonne sank dem Westen zu.
2 – Leise gehet durch das Kloster
Eine Nonn in schwarzer Tracht,
Betet für den armen Krieger,
Der verwundet hergebracht.
3 – Beide Beine sind zerschossen
Und dazu die rechte Hand,
Denn er hat so treu gefochten
Für sein teures Vaterland.
4 – Leise tritt sie an sein Bette,
Drückt ihm beide Augen zu,
Und mit einem weissen Tuche
Deckt sie den Verstorbnen zu.
5 – Leise klopft es an die Pforte,
Ein alt’s Mütterlein tritt ein :
« Mein Sohn liegt hier verwundet,
Ich will seine Pflegerin sein. »
6 – « Arme Mutter ! » sprach die Nonne,
« Euer Sohn der ist nicht mehr !
Eben ist er sanft verschieden,
Seine Leiden war’n zu schwer. »
7 – Und sie führt sie vor sein Bette,
Zog das Leichentuch ihm ab,
Da, ein Schrei ! Und sie sank nieder,
Und man grub für zwei ein Grab.












