1 – Es kommt eine Frau aus dem Bayerland,
Sie führt drei Kinder an einer Hand,
Sie heischt um des Gottes Willen :
« Ach, helf dir Gott ! Ach, helf dir Gott ! »
Mein Mann war nicht daheime !
2 – Sie nimmt die Kinder wohl bei der Hand
Und ging soweit, als Gott erbarm,
Wohl unter die grüne Tanne.
« Kommt her, kommt her, ihr Kinderlein mein,
Daran müsst ihr es jetzt hangen ! »
3 – Sie hängt sie selbzweit an einen Ast,
Und als das dritte zu ihr sprach :
« Ach Mutter, lass mich leben,
Kein Hunger, kein Durst tut mir es nicht weh,
Kein Brot sollst du es mir geben. »
4 – Und als der Bauer nach Hause kam,
Und als das Pferd im Stalle stand :
« Komm Knecht, wir wollen essen. »
Den ersten Laib Brot, den er’s aufschneidt,
Da spritzt ihm’s Blut ans Messer.
5 – « Ach Frau, wem hast du’s Brot versagt ?
Es ist ja Gott im Himmel leid.
Du hast dich schwer versündigt. » –
« Ich hab’s versagt in deiner Schwester
Mit ihren drei kleinen Kinder. »
6 – Er nimmt das Brot wohl unter den Arm
Und ging soweit, als Gott erbarm,
Wohl unter die grüne Tanne.
Da sieht er seine herzallerliebste Schwester
’s halbviert an Tannen hangen.
7 – Er kniet nieder auf seine Knie
Und betet Vaterunser, zwei oder drei.
« Ach Gott, lass mir’s nicht vergelten,
Ich bin’s ja nicht zu Hause gewesen,
Ich hab gebauet meine Felder ! »
8 – Was zog er aus dem Säckelein ?
Ein wunderschönes Messelein.
Die Strick tut er’s abhauen.
Da fingen alle Glöcklein von selber an läuten
Zu einem Wunderzeichen.













