10 – So soll’s den stolzen Knaben gehn,
Die trachten nach hohem Gut.
Nimm einer ein schwarzbraun Maidelein,
Was ihm gefallen tut.
1 – Ich steh auf einem hohen Berg,
Seh nunter ins tiefe Tal,
Da sah ich ein Schifflein schweben,
Da sah ich ein Schifflein schweben,
Darin drei Grafen sass’n.
(OU 1 – Stand ich auf hohem Berge,
Schaut nunter ins tiefe Tal,
Sah ich ein Schifflein fahren,
Darin drei Grafen war’n. (collecté à Diefenbach bei Wörth, 1911))
2 – Der allerjüngst, der drunter war,
Die in dem Schifflein sass’n,
Der gebot seiner Lieben zu trinken
Aus einem venedischen Glas.
3 – « Was gibst du mir lang zu trinken ?
Was schenkst du mir lang ein ?
Ich will jetzt in ein Kloster gehn,
Will Gottes Dienerin sein. »
4 – « Willst du jetzt in ein Kloster gehn,
Willst Gottes Dienerin sein,
So geh in Gottes Namen,
Deines gleichen gibt’s noch mehr ! »
5 – Und als es nun war um Mitternacht,
Dem jungen Grafen träumt’s so schwer,
Dass sein herzallerliebster Schatz
Ins Kloster gezogen wär.
6 – « Auf, Knecht, steh auf und tummel dich,
Sattel unser beide Pferd !
Wir wollen reiten bei Tag und Nacht,
Die Lieb ist reitenswert. »
7 – Und da sie vor jen’s Kloster kam’n,
Wohl vor das hohe Tor,
Fragt er nach jüngster Nonne,
Die in dem Kloster war.
8 – Das Nönnlein kam gegangen
In einem schneeweissen Kleid,
Ihr Härl war abgeschnitten,
Ihr roter Mund war bleich.
9 – Der, Knab, er setzt sich nieder,
Er sass auf einem Stein,
Er weint die hellen Tränen,
Brach ihm sein Herz entzwei.













