1 – Auf dieser Welt hab ich kein Freud,
Ich hab ein Schatz, und der ist weit,
Er is so weit, er kommt nicht her.
Ach, wenn ich bei meinem Schätzchen wär !
2 – Ich kann nicht sitzen und kann nicht stehn,
Ich muss zu meinem Schätzchen gehn.
Zu meinem Schatz, da muss ich gehn,
Und sollt ich vor dem Fenster stehn. »
3 – « Wer ist denn draussen, wer klopfet an ?
Der mich so leis aufwecken kann ? » –
4 – « Ich steh nicht auf, lass dich nicht rein,
Bis meine Eltern zu Bette sein.
Wenn meine Eltern zu Bette sein,
So steh ich auf und lass dich rein. »
5 – « Was soll ich hier nun länger stehn ?
Ich seh die Morgenröt aufgehn,
Die Morgenröt, zwei helle Stern.
Bei meinem Schatz, da wär ich gern. »
6 – Da stand sie auf und liess ihn ein,
Sie heisst ihn auch willkommen sein ;
Sie reicht ihm die schneeweisse Hand,
Dann fängt sie auch zu weinen an.
7 – « Wein nicht, wein nicht, mein Engelein,
Aufs Jahr sollst du mein eigen sein.
Mein eigen sollst du werden gwiss,
Sonst keine es auf Erden ist.
8 – Ein Bildchen lass ich malen mir,
Auf meinem Herzen trag ich’s hier.
Darauf sollst du gemalet sein,
Dass ich niemals vergesse dein. »













