1 – Von der Wanderschaft zurück,
Führt den Jüngling das Geschick,
Der nach langen Jahren kehrt
Nach dem heimatlichen Herd.
2 – Steht mit sehnsuchtsvollem Blick
Nach des Liebchens Wohnung hin,
Schaut zum Fenster stumm hinein,
Wo die alte Braut mag sein.
3 – Als er drinnen sie nicht sieht,
Wird’s ihm bange ums Gemüt,
Fragt die Bäumlein in dem Wald
Nach des Liebchens Aufenthalt.
4 – Bittet all die Blümlein schön,
Dass sie mit ihm sollen gehn,
Sucht auf Bergen, sucht auf Höhn,
Doch kein Liebchen war zu sehn.
5 – Und des Nachts beim Mondenschein
Trat er in den Friedhof ein,
Und er sieht beim Mondesglanz
Einen frischen Totenkranz.
6 – Zwischen Ros und Rosmarin
Stand des Liebchens Name drin.
Jetzt erst ward’s dem Jüngling klar,
Wo die Braut zu finden war.
7 – Traurig steht er an dem Grab,
Tränen rollen leis herab.
« Jetzt kann ich dich nicht mehr sehn
Und muss traurig von dir gehn ! »
8 – Und zur Ruh die Sonne sinkt,
Und vom Turm das Glöcklein klingt.
« Ausgelitten hast nun du.
Schlummre sanft in süsser Ruh ! »
9 – « Schlummre sanft in deiner Gruft !
Wenn der Tod auch mich einst ruft,
Werden wir uns wiedersehn.
Lange wird es nicht mehr gehn. »












