11 – Da kam sie ganz leise geschritten
In einem schneeweissen Kleid ;
Ihre Haare waren ganz geschnitten
Zur Nonne war sie bereit.
12 – Sie hiess den Herrn willkommen
Willkommen aus fremden Land :
Wer hat sie hierher geschicket
Wer hat sie hierher gesandt ?
13 – Das tut den Herrn verdriessen
Denn sie redet ihn ganz verdrossen
Und in vierundzwanzig Stunden
Sprang ihm das Herz entzwei.
14 – Und mit ihrem Messerspitze
Grub sie ein Gräbelein,
Und mit ihren zarten Händen
Legt sie ihn sanft hinein.
1 – Jetzt steig ich auf hohem Berge
Schau hinunter ins tiefe Tal
Da sah ich ein Schifflein fahren,
Worin drei Grafen sassen.
2 – Der jüngste von den dreien,
Der in dem Schifflein war
Der gab mir einst zu trinken
Guten Wein aus seinem Glas.
3 – Was zog er von dem Finger?
Ein Ring vom feinsten Gold :
Nimm hin, du hübsches, du feines,
Dies soll dir ein Denkmal sein.
4 – Was soll ich mit dem Denkmal machen,
Da ich’s nicht brauchen kann?
Denn ich bin ein armes Mädchen
Hab weder Geld noch Gut.
5 – Bist du ein armes Mädchen,
Hast weder Geld noch Gut
So denk an unsere Liebe
Die zwischen uns beiden ruht.
6 – Ich weiss von keiner Liebe
Und denk an keinen Mann
Ja ins Kloster will ich gehen
Will werden eine Nonn.
7 – Willst du ins Kloster gehen
Willst werden eine Nonn,
so will ich die Welt ausreisen
Denn die Welt ist reisenswert.
8 – Er sprach zu seinem Diener :
Sattel dir und mir ein Pferd,
So wollen wir die Welt ausreisen
Bis wir vors Klösterlein kommen.
9 – Ans Klösterlein angekommen,
Klopft er ganz leise an :
Schickt heraus die jüngste Nonne,
Die zuletzt hereine kam.
10 – Es ist keine angekommen
Und es geht auch keine heraus!
So woll’n wir das Klösterlein stören,
Das schöne Gotteshaus.










